Wenn es gewittert...

Wetterbericht

Im ersten Schritt bei der Tourenplanung steht der aktuelle Wetterbericht und die Vorhersagen. Nicht nur zur eigenen Sicherheit, sondern auch zur Sicherheit aller an der Tour beteiligten Personen ist dieser Schritt in der Planung äußerst wichtig. Neben dem hauseigenen Wetterbericht der Veranstalterregionen Seefeld und Achensee  bietet es sich ebenfalls an, die ZAMG  für die Tourenplanung vorab zu kontaktieren.

Weitere Tourenplanung

Neben den Umwelteinflüssen ist auch die Erkenntnis der Routenplanung in Bezug auf die zeitliche Dimension zu bedenken. Können und Kondition sind (sollte man den schnellen Rückzug antreten müssen) zwei wichtige Einflussfaktoren in der Planung.

Bei der Auswahl des Geländes sollte man darauf achten, dass man sich Hütten, Unterstände oder sonstige Rückzugsmöglichkeiten merkt oder in der Karte einzeichnet. Hierbei ist auch auf die richtige Ausrüstung zu achten: geeignetes Schuhwerk, genügend Wechselkleidung, Wasser, Wetterschutz und Erste-Hilfe Material gehören zur Grundausstattung und sollte mitgeführt werden.

Gewitterarten

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Gewitter, die auch im Umgang verschiedene Verhalten von den Wanderern erfordert. Wichtig hierbei ist, dass während der Tour immer wieder das Wetter kontrolliert und gegebenenfalls eine Korrektur vorgenommen wird.

Wärmegewitter

Die Gewitterart entsteht bei schönem Wetter meist am Nachmittag oder gegen abends und bring keine langfristige Wetterverschlechterung mit sich.
Merkmale: Sie kündigen sich mit der Veränderung von Haufen- und Schönwetterwolken an. Dann hat man meist noch relativ viel Zeit, um entsprechend zu reagieren. Beginnen eben diese Haufenwolken in die Höhe zu quellen, ist mit späteren Gewittern zu rechnen. Bei der Bildung von Wolkentürmen, ist es höchste Zeit, sich nach einem sicheren Ort umzusehen. Zeigt sich oberhalb der Gewitterwolke ein unscharfer Amboss, wird es zu einem sehr heftigen Gewitter, meist mit schweren Hagelschlägen, kommen.
Verhalten: Bei der Gefahr von Wärmegewittern sollte man sich in der Tourenplanung den Vormittag für eine schöne Tour einplanen.


Frontgewitter

Beim Durchzug einer Kaltfront entstehen diese Gewitterarten und bringen gleichzeitig einen Wettersturz mit sich.

Merkmale: Bevor die Kaltfront kommt, ist es oftmals schön und wolkenlos. Das Studieren der Wettervorhersage ist hier besonders wichtig.
Verhalten: Es bieten sich hierbei kurze Wanderungen an, da die Temperaturen (speziell am Berg) schnell und massiv fallen können.

Verhalten bei Gewitter - Wie geht's richtig?

Das gefährlichste bei Gewitterfronten sind zweifelsohne die Blitzeinschläge. Hierbei muss man unterscheiden, ob es sich um die Gefahr eines direkten oder indirekten Blitzschlages handelt. Somit ist nicht nur ein direkter Blitzeinschlag gefährlich, sondern besteht im Besonderen auch die Gefahr, dass die unmittelbare Umgebung des Blitzeinschlages elektrische Ströme ableitet. In der Fachsprache wird diese Gefahr Schrittspannung genannt. Aufgrund dieser Gefahr sollte man keinesfalls breitbeinig stehen bzw. liegen.

Folgt der Donner innerhalb von 10 Sekunden nach dem Blitz, dann ist das Gewitter weniger als 3 km entfernt. Es sollte der Rückzug angetreten und Schutz gesucht werden. Wichtig hierbei ist, dass man sich von exponierten Stellen entfernt und auch andere wasserführende Orte vermeidet. Metallische Ausrüstungsgegenstände wie Stockspitzen, Pickel oder Mountainbikes entfernt ablegen. Sie ziehen die Blitze zwar nicht an, sind jedoch gute elektrische Leiter.

Wo ist es gefährlich?

Grundsätzlich kann ein Blitz jeden Punkt im freien Gelände treffen, wobei weit herausragende Punkte stärker gefährdet sind. Ebenfalls ist die Gefahr eines Blitzeinschlages an wasserführenden Rinnen, erdige Moorflächen und Stahlseilsicherungen am Größten.

Wie erkenne ich die Gefahr rechtzeitig?

Kribbeln auf der Kopfhaut, Sträuben der Haare, Surren von Metallgegenständen, leises Knistern und bläuliches Leuchten (Elmsfeuer) an besonders hervorragenden Metallgegenständen (Gipfelkreuzen usw.) können Hinweise eines unmittelbar bevorstehenden Blitzeinschlages sein.

Welche Maßnahmen kann man treffen?

Den besten Schutz vor Blitzschlag bieten Hütten und Häuser mit Blitzableitern oder, sollte man im Freien von einem Gewitter „überrascht“ werden, kann man sich folgendermaßen zu schützen versuchen:

  • Exponierte Stellen (Gipfel, Grate, ausgesetzte Flächen) verlassen und sich nicht in deren unmittelbarer Nähe aufhalten
  • Vorsicht auch vor Höhlen und Überhängen, vor allem, wenn sie feucht und/oder zu klein und zu niedrig sind. Die Höhle muss jedenfalls so lange sein, dass man mindestens eine halbe Körperlänge vom Eingang weg hocken kann und dann noch zumindest eine Körperlänge bis zum Höhlenende Platz ist; mindestens eine halbe Körperlänge muss oberhalb frei sein.
  • Wasserführende Rinnen, Stahlseilsicherungen verlassen
  • Einzelnstehende Bäume meiden – das Märchen von „den Buchen, die man suchen soll“ ist gefährlich!
  • Eine hockende, zusammengekauerte Haltung mit beiden Füßen nebeneinander einnehmen; Mitglieder von Gruppen sollten sich weit verteilen, damit sie nicht als kompakte Erhebung wirken.
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